Die Apfelfront vor dem Brandenburger Tor

Apfelfront: Mit Straßensatire gegen Rechtsextremismus alá NPD in Mecklenburg Vorpommern

Gründung der Front Deutscher Äpfel Mecklenburg-Vorpommern

Front Deutscher Äpfel MV

Zeitraum: Som­mer 2006 – Som­mer 2009
Auf­gaben: Grün­dung, Auf­bau, Ver­net­zung, Pressear­beit, Darstel­lerIn­nen
Plat­tfor­men: Aktio­nen, Demos, Videos, Medi­en
Part­ner: Mit­studierende, (später) Innen­min­is­teri­um MV

Was ist das?

2006 startete ich mit Fre­undIn­nen den Auf­bau der „Front Deutsch­er Äpfel“ in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Diese Straßen­satire nahm allen voran die damals starke NPD aufs Korn.

Die Front Deutsch­er Äpfel wurde ursprünglich in Leipzig ini­ti­iert. Wir waren die erste Gruppe, die das Konzept in ein anderes Bun­des­land erweit­erte. Zunächst starteten wir in Greif­swald, später kamen Grup­pen in Ros­tock, Schw­erin und Neubran­den­burg dazu.

Heute nimmt die Apfel­front als „Äpfel für Deutsch­land“ die AfD aufs Korn.

Wie alles begann

Im Som­mer 2006 – wenige Monate vor der Land­tagswahl in MV – zeich­nete sich ab, dass die NPD gute Chan­cen hat­te, in den Land­tag von MV zu kom­men. Das war der Start für mein Engage­ment.

Da mir per­sön­lich die Antifa zu radikal war, suchte ich nach ein­er aktion­is­tis­chen, aber gewalt­freien Aktions­form. Die Apfel­front war per­fekt: Sie zwingt Betra­ch­terIn­nen dazu, ihre Köpfe einzuschal­ten.

Ausformungen

Später grün­de­ten wir auch die „Burschen­schaft Malu­mia“ (lat. aus Apfel + Licht / Erleuch­tung) und die „Freie Apfel-Kam­er­ad­schaft“ (FAK), um weit­ere For­men des Recht­sex­trem­is­mus aufs Korn zu nehmen.

Das Konzept ver­bre­it­ete sich später bun­desweit. Auch das von der SPD-MV gegrün­dete Pro­jekt „End­sta­tion Rechts“ kopierte uns und grün­dete den „Storch Hainart“.

Erfolge

Die Aktio­nen der „Front Deutsch­er Äpfel“ waren äußerst pub­likum­swirk­sam. Wir regten zu Diskus­sio­nen und Nach­denken an. Wir erre­icht­en auch über die Medi­en eine erhe­bliche Reich­weite. Die NPD-MV fühlte sich genötigt, sich auf ihrer Home­page von der „Apfel­front“ zu dis­tanzieren.

Auch konkrete Verän­derun­gen kon­nten wir erre­ichen. So wurde etwa im Haupt­ge­bäude der Uni­ver­sität Greif­swald eine Dankestafel für die völkisch-nation­al aus­gerichtete Burschen­schaft Marko­man­nia ent­fer­nt.

Im Insti­tut für Physik hängt seit ein­er Apfel­front-Aktion eine Infor­ma­tion­stafel über den von uns kri­tisierten Hitler-Verehrer Prof. Johannes Stark.

In Ros­tock schloss nach monate­lan­gen Protesten von Apfel­frontlern und anderen ein Nazi-Laden.

Unsere Arbeit wurde mit zahlre­ichen Preisen für ziviles Engage­ment geehrt. In recht­sex­tremen Blogs und „nationalen“ Zeitun­gen wurde gegen meine Per­son und die Apfel­front als Ganzes gehet­zt.

Das wichtig­ste aber ist mir, dass es wieder „cool“ und vor allem „lustig“ war (ist?), gegen Ras­sis­mus und Nazis zu sein. 🙂

Zahlen

28
Mit­glieder

54
Medi­en­berichte

4.527
Ver­wirrte Nazis

2
Förder-Jahre

Video

Apfel­front Greif­swald

Pressestimme

„Am Sam­stag­mit­tag marschierte die Apfel­front durch das Berlin­er Regierungsvier­tel – und hielt Pas­san­ten und Polizis­ten in Atem.“

Spiegel Online